"Das ist wie 10.000 Meter laufen und dabei Schach spielen."
(Karin Schmalfeld, Silbermedaille World Games 2005)

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Master-Weltmeisterschaft im MTBO 2018

Master-Weltmeisterschaft im MTBO 2018

In Budapest wurden in diesem Jahr die Master-WM im MTBO ausgetragen. Wer da an flache Steppe denkt, ist auf dem Holzweg, nördwestlich der ungarischen hauptstadt gibt es Berge like Erzgebirge oder Thüringen. Sylvia mit Karsten und Bruno sowie Harry gehörten zum Starterfeld.
Die Rennen begannen mit einem neuen Wettkampfformat, dem Massenstart. Das funktioniert praktisch als „Staffel mit sich selbst“, also jeder hat immer verschiedene teilstrecken auf drei Runden, am Ende hat jeder die gleiche Strecke absolviert. Harry ging in der H 60 an den Start und hielt sich immer im Vorderfeld auf, fiel nur immer berghoch zurück. Beim Schlussteil konnte er sich in einem Wegelabyrinth eines Downhill-Parcours nach vorn arbeiten, leider ging der Endspurt gegen einen baumlangen Dänen-Wikinger um zwei Meter verloren. Aber Bronze war ein tolles Ergebnis. Sylvia guckte sich erstmal nur ein wenig den Wald an, da auch die Langstrecke in diesem Gebiet stattfand.
Von den deutschen Startern holte an diesem Tag auch Olga Sonnenberg die Bronzene.
Am Donnerstag folgte der Sprint in einem fast nur flachen, parkähnlichem Waldstück in Budapest. Nachdem die größte Nervosität bei der Anreise zum WKZ im Budapester Dauerstau bekämpft werden musste, gelang an dem Tag keinem deutschen Starter eine Medaille. Das Sprintgelände war Klasse ausgewählt, äußerst flach, doch es gab einen Sandberg und paar steile, sandige Senken, wobei technisches Können nötig war.
Das Wege-und Minipfadenetz war sehr dicht, gefühlt kam aller 50m ein Abzweig und so war man permanent mit der Karte beschäftigt, ein Vorausplanen der Route nicht möglich. Harry wurde hier 6. und auch Sylvia hatte ein gutes Ergebnis mit dem 7. Rang, dafür erwischte sie auf den 200m vom Ziel zum Auto den einzigen Nagel auf Budapest` Straßen 🙂
Am folgenden Tag stand die Langstrecke, wieder in einem äußerst bergigen Gelände, welches sich zum Teil mit dem Massenstartwald überschnitt, auf dem Programm. Dass es schwierig befahrbar würde, ahnten wir nach 16-stündigem Dauerregen schon, doch so eine gewaltige Schlammschlacht habe ich in meiner 20jährigen MTBO-Laufbahn noch nicht erlebt. Zwar hörte der Regen pünktlich 30 Minuten nach dem Start auf, aber fast alle Wege außer den dicken Fahrstraßen waren 10-15cm voller lehmigen Schlammes und die meisten Starter schoben nicht nur hinauf und geradeaus, sondern auch bergab. Die Laufräder klebten dick voller nassem Lehm und verweigerten die Drehung. Schlamm rauskratzen und „Bike aufschlagen“ waren angesagt. Maximal drin war in den steilen Abfahrten ein Schlittern mit einem Fuß am Boden als Hackenbremse.
Wer nicht sofort begriffen hatte, dass ein Vorwärtskommen nur auf den breiten Forststraßen möglich war und dabei ewige Umwege in Kauf nahm, war chancenlos. Durchschauen musste man auf der schlammbespritzten Karte auch noch einen Schmetterling im Schmetterling, was auch meheren Fahrern zum Verhängnis wurde. Hierbei gelang dem Werdauer Mark Huster eine Meisterleistung. Gestählt in vielen Crossbike-Rennen in Schnee und Schlamm nahm er die Bedingungen an und erkämpfte sich auch mit einer cleveren Routenwahl die Silbermedaille in der stark besetzten H 40. Ebenfalls stark der 5. Platz vom Dresdner Peter Heinrich in H 55.
In der H 60 waren Harry und Sergej sehr gut gestartet, Sergej scheiterte dann leider am o.g. Schmetterling, Harry bekam nach einigen Schlammpassagen und Stürzen große Probleme mit seinem defektem Hüftgelenk und fiel auf Platz 6 zurück. Sylvia kämpfte sich ebenso tapfer durch die miesen Bedingungen und errang Platz 8.
Zum Abschluss der Einzelrennen gab es die Mittelstrecke am Westrand von Budapest. Flache Teilstücken im offenem Gelände aber tausenden verwirrenden Pfaden eine Motocross-Geländes wechselten mit steileren Hangpassagen. Laufradtiefe Pfützen und Schlammlöcher erinnerten an den Dauerregen, insgesamt war es aber ein schnelles Rennen. Sylvia holte hier einen starken 5. Platz, während Harry doch größere Probleme beim Kurbeln hatte und auf dem 11. Rang einkam. Alles in Allem spannende tolle Wettkämpfe, das internationale Starterfeld wird jedes Jahr größer und stärker, nur in Deutschland ist leider keine Entwicklung zu verzeichnen.

So, jetzt haben wir vorgelegt, mal sehen, was die Wehrsdorfer Starter bei der Master-WM-OL nördlich von Kopenhagen schaffen werden, dort soll die Konkurrenz ja noch etwas größer sein!

Die Master-WM MTBO 2019 findet nächstes Jahr in Sachsen statt, da werden ja noch einige Wehrsdorfer Starter dazukommen. Gesucht werden auch noch Kampfrichter und Helfer. Wer also evtl. schon Rentner ist oder gar eine Beamten-Freistellung bekommt, kann sich da einbringen! Harry wird eine Karte und die Bahnlegung für einen Tag erarbeiten.



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